Wie das deutsche DGSG-Team zwischen Zimmerchaos, Kettensägen-Symphonien und einem 5,5-Stunden-Krimi das Triangulare 2026 eroberte!
Man sagt, die besten Geschichten schreibt das Leben. Wenn dieses Leben jedoch beschließt, ein traditionsreiches internationales Golfturnier in ein filmreifes Abenteuer voller dramatischer Wendungen und Situationskomik zu verwandeln, dann braucht man vor allem zwei Dinge: eiserne Nerven und eine unerschütterliche deutsche DGSG-Mannschaft!
Eigentlich stand das ehrwürdige Quadrangulare im Kalender – das prestigeträchtige Kräftemessen der Damen-Seniorinnen Gesellschaften aus der Schweiz, Österreich, Italien und Deutschland. Doch bereits vor dem ersten Abschlag hieß es: Aus vier mach drei. Die italienische Equipe schätzte ihre Siegeschancen offenbar schon im Vorfeld realistisch ein und sagte die Teilnahme kurzfristig komplett ab.
Aus dem Quadrangulare wurde ein Triangulare. Wir Deutschen gingen die Mission dennoch mit gewohnter Akribie an: mit einem 18-köpfigen hochmotivierten Team (davon zwei Ersatzspielerinnen) reisten wir an. Typisch deutsch eben – stets nach der bewährten Devise – besser zwei Spielerinnen mehr: Gürtel und Hosenträger, damit im entscheidenden Moment bloß nichts ins Rutschen gerät!
Tag 1: Sabotage an der Rezeption und die Magie des Doppelzimmers
Dass der Weg zum Titel kein gemütlicher Spaziergang werden würde, dämmerte uns bereits bei der Ankunft im Hotel. Hürde 1: Unsere gebuchten Zimmer? Buchstäblich in Luft aufgelöst! Eine kurz zuvor gekündigte Hotelmitarbeiterin hatte beschlossen, ihrem ehemaligen Arbeitgeber einen denkwürdigen Abschiedsgruß zu hinterlassen, und kurzerhand unsere gesamte Reservierung spurlos aus dem Buchungssystem gelöscht.
Abtauchen in Verzweiflung? Nicht mit diesem Team! Unter der souveränen und blitzschnellen Regie unserer Capitana Pia schaltete die Delegation binnen Sekunden in den Problemlösungsmodus. Wie durch Zauberhand wurden in Windeseile Ausweichquartiere im IBIS und im charmanten La Couronne organisiert. Und wo Einzelzimmer fehlten, rückte man zusammen: Aus EZ wurden spontan kuschelige DZ gemacht – getreu dem Motto: „Wer gemeinsam siegen will, kann auch ein Zimmer teilen!“
Die Erleichterung war groß, und so ließen wir den ersten Abend bei hochsommerlichen 30 Grad, einem herrlich dampfenden Schweizer Käsefondue und dem malerischen Blick auf das glitzernde Wasser des Neuenburger Sees entspannt und gelöst ausklingen.
Tag 2: Baustellen-Slalom, Traumrunden und Schweizer Gastfreundschaft
Am nächsten Morgen empfing uns der Golfclub Neuchâtel von seiner bilderbuchhaften Seite: Strahlender Sonnenschein, sattes Grün und ein anspruchsvoll hügeliges Terrain mit rasant schnellen Grüns mitten in idyllischer Natur versprachen eine herrliche Proberunde.
Doch die Anfahrt entwickelte sich prompt zu Hürde 2: Von drei theoretisch befahrbaren Strecken schien keine einzige ohne Baustelle auszukommen. Unverhoffte Vollsperrungen und Umleitungen machten die Fahrt zu einer echten Orientierungsrallye, die der ein oder anderen Spielerin wertvolle Minuten für das Warm-up auf der Driving Range raubte.
Als es jedoch ernst wurde, saß jeder Schwung. Beflügelt von der taktisch klugen und sportlich-liebevollen Einstimmung unserer Capitana Pia: „Wir machen keine Gefangenen – wir geben heute alles!“, lieferte die Mannschaft eine Galavorstellung ab. Über Fairways, durch Wind und Hitze schwangen wir uns von Par zu Birdie (alle Ergebnisse darüber werden im Spielbericht diskret verschwiegen) und sicherten uns prompt das Tagesbestergebnis. Allen voran Capitana Pia, die mit sensationellen 40 Nettopunkten als strahlendes Vorbild den Tagessieg einfuhr.
Am Abend durften wir die herzliche Schweizer Gastfreundschaft genießen: Die Schweizerinnen luden zum beschwingten Get-together auf die sonnige Clubhausterrasse ein. Bei kühlen Getränken, feinstem Fingerfood und fröhlichen Gesprächen wurden internationale Freundschaften neu geknüpft und bestehende vertieft – beste Stimmung nach dem ersten Turniertag!
Tag 3: Kettensägen-Massaker und Gaumenfreuden im „Atelier“
Am zweiten Spieltag präsentierte sich der Platz in einem völlig neuen Gewand. Nicht nur, dass dunkle Wolken, Regenschauer und böiger Wind über die Hänge pfiffen – nein, mitten auf der Runde verwandelte sich die friedliche Golfidylle auch noch in einen handfesten forstwirtschaftlichen Betriebshof.
Kettensägen heulten auf, gigantische Holzfräsen dröhnten am Fairwayrand, Bäume wurden gerodet und emsige Waldarbeiter warfen (gut gemeint) gefundene Bälle aus dem Unterholz zurück auf die Spielbahn. Plötzlich stand man vor der existenziellen Frage: „Welcher dieser vielen Bälle auf dem Fairway gehört denn nun eigentlich mir?“
Auch ein Mysterium des Vortags löste sich schlagartig auf: Wir hatten uns bereits gewundert, warum die Ausgrenzen auf dem Platz nicht mit den Markierungen im Birdiebook übereinstimmten. Nun war klar: Die Pfosten waren nicht etwa entfernt worden, um unser Spiel zu erleichtern, sondern schlichtweg, um den schweren Forstmaschinen freie Fahrt zu geben. Wir bewiesen Sportsgeist und Humor, wichen fliegenden Spänen elegant aus und spielten konzentriert weiter.
Am Ende dieses turbulenten Tages hatte das bärenstarke Team aus Österreich den Tagessieg eingefahren und mit hauchdünnen zwei Punkten insgesamt die Nase vorn. Doch Grund zum Trübsal blasen gab es nicht: Am Abend lud die DGSG in das zauberhafte Restaurant Atelier Greng zu einem leckeren Drei-Gänge-Menü ein. Ein riesiges, von Herzen kommendes Dankeschön an dieser Stelle an unsere Pia und Mela für die Auswahl der regionalen Köstlichkeiten. Bei einem wohlverdienten Schlummertrunk an der Hotelbar schworen wir uns im Team auf das bevorstehende Herzschlagfinale ein.
Nach all den gemeisterten Hindernissen waren wir sicher: Jetzt kann wirklich nichts mehr schiefgehen … Pustekuchen!
Tag 4: 5,5-Stunden-Krimi und der süße Triumph
Der Finaltag verlangte den Spielerinnen alles ab – vor allem die zeitliche Hürde!
In den entscheidenden Matchplays wurde jeder einzelne Schlag zur strategischen Grundsatzentscheidung: Jeder Putt wurde aus vier Richtungen gelesen, die Schlägerwahl dreimal hinterfragt, kein Ball durfte leichtfertig verloren gegeben werden. Aus dem Golfturnier wurde ein nervenzerreißender 5,5-Stunden-Krimi. Mancher Flight fragte sich zwar insgeheim, ob man das Spiel durch großzügiges Schenken eines kurzen Putts nicht etwas hätte beschleunigen können – doch jede erfahrene Spielerin weiß: „Auch aus 20 Zentimetern kann die Kugel der Gegnerin noch am Loch vorbeilaufen!“
Als die letzten Putts schließlich auf dem 18. Grün fielen, versammelten sich alle erschöpft, aber glücklich auf der Terrasse des Golfclubs zur feierlichen Siegerehrung.
Die Schweizer Kapitänin Jacqueline fand augenzwinkernd für dieses unvergessliche Turnier das perfekte Motto: NO MORE
„No more Quadrangulare,
no more Italians,
no more Hotel rooms,
no more quietness and
no more water on the course…“
Tatsächlich waren am heißesten Turniertag auch noch die Wasserspender auf dem Platz restlos leer.
Doch dann brandete grenzenloser Jubel auf:
Deutschland gewinnt das Triangulare 2026 mit insgesamt 1,5 Punkten Vorsprung und holt die Schale nach Hause! 🏆
Ein riesiges Kompliment an unsere fantastische Capitana Pia und das gesamte Team: Wir haben bewiesen, dass uns keine Zimmerstornierung, keine Baustellen-Odyssee und kein Kettensägen-Lärm erschüttern können. Jede Hürde hat unseren Zusammenhalt nur noch verstärkt!
Dass sich unsere charmanten Schweizer Gastgeberinnen sportlich so vornehm zurückhielten, um ihre Gäste glücklich nach Hause reisen zu sehen – nun, das lag vielleicht auch ein ganz klein wenig an der taktischen Mannschaftsaufstellung … 😉
Als stolze Trägerin der Lilie bin ich überglücklich und dankbar, Teil dieses großartigen Teams, dieser warmherzigen Gemeinschaft und solch wunderbarer internationaler Begegnungen zu sein.
Auf unseren Sieg – und auf das nächste große Abenteuer auf dem Grün!
Zum deutschen Team gehörten: Birgit Brandt, Diana Buchheit, Viktoria Borchert, Birgit Eberlein, Mela Fiedler, Rita Gall, Kristin Grundmann, Helga Hoering, Renate van Kaldenkerken-Kuligk, Alexandra von Knoop, Karin Maack, Elena von Möller, Hilde Nöhl, Maria Peters, Traudel Rochel, Heike Schmitt, Cornelia Wolf, Pia Wunderlich.
Diana Buchheit






