Spannung und jede Menge Teamgeist

Wenn Golf auf schwedischen Sommer trifft, kann eigentlich nicht viel schiefgehen. Genau das dachten sich wohl die ESLGA und die Organisatoren der Marisa Sgaravatti Trophy und des Masters-Team-Championship, die uns in diesem Jahr nach Båstad an die schwedische Westküste führten. Und sie sollten recht behalten. Schon die Anreise war beeindruckend: Flug nach Kopenhagen, anschließend über die imposante Öresundbrücke – und plötzlich war Schweden da. Spätestens an diesem Punkt wich die Turnieranspannung der Vorfreude. Unser Hotel direkt am Meer lieferte die passende Kulisse: Strandblick, lange helle Sommerabende und Sonnenuntergang gegen 22 Uhr. Da fiel es nicht schwer, nach dem Abendessen noch ein bisschen zu fachsimpeln.

Der traditionsreiche Golfclub Båstad präsentierte sich von seiner schönsten Seite. Zwei sehr unterschiedliche 18-Loch-Plätze warteten auf uns: Sgaravatti wurde auf dem New Course ausgetragen, das Masters-Turnier auf dem Old Course. Beide hatten jedoch eines gemeinsam: große, tückische Grüns und einen Wind, der offensichtlich großen Spaß daran hatte, unsere Schlägerwahl ständig infrage zu stellen. Immerhin blieb uns die deutsche Hitzewelle erspart. Die schwedischen Organisatoren hatten alles bestens vorbereitet und sorgten für einen rundum reibungslosen Ablauf des Turniers und eine sehr herzliche Atmosphäre.

Fast olympisch wurde es bei der Eröffnungsfeier. Teams aus 18 Nationen marschierten mit Flaggen und Nationalhymnen ein – ein Gänsehautmoment, den wohl niemand so schnell vergessen wird.

Spätestens ab Dienstag war Schluss mit dem entspannten Vorbereitungsmodus. In den Zählspielrunden ging es um die besten Plätze für die Matchplays – und unser Sgaravatti-Team sorgte für Hochspannung. Bis zu den letzten Löchern lieferten wir uns mit Spanien ein nervenaufreibendes Duell um den vierten Platz. Das bessere Ende hatten wir: ein Schlag Vorsprung und damit Einzug in die Medaillenrunde. Golf kann manchmal nichts für schwache Nerven sein.

Auch in den Matchplays blieb es dramatisch. Gegen Gastgeber Schweden fiel die Entscheidung erst am zweiten Extraloch des letzten Matches – knapper geht es kaum. Gegen Tschechien einen Tag später war das Glück nur einen Wimpernschlag entfernt. Diesmal entschied das letzte Match erst am 18. Grün. Zwei denkbar knappe Niederlagen, aber am Ende überwog ganz klar der Stolz auf einen hervorragenden vierten Platz. Den Titel sicherte sich Schweden vor Italien und Tschechien.

Auch das Masters-Team zeigte eindrucksvoll, was in ihm steckt. Nach Platz 10 in der Qualifikation wurden beide Matchplays souverän gewonnen – ein verdienter neunter Platz war der Lohn für eine starke Mannschaftsleistung. Der Masters-Titel ging an Spanien vor den Niederlanden und Belgien.

Nach so viel Konzentration durfte natürlich auch gefeiert werden. Nach der Closing Ceremony und dem festlichen Abendessen wurde die Tanzfläche eröffnet – und spätestens dort spielte das Ergebnis endgültig keine Rolle mehr. Die legendäre Abschlussparty bildete den perfekten Schlusspunkt einer rundum gelungenen Woche.

Ein großes Dankeschön geht an unsere Captains Ute Häring und Pia Wunderlich. Mit viel Herzblut, perfekter Organisation und einem offenen Ohr für jeden sorgten sie dafür, dass wir uns die ganze Woche bestens aufgehoben fühlten.

Für mich war dieses Turnier weit mehr als nur ein sportlicher Wettbewerb. Die DGSG auf europäischer Bühne vertreten zu dürfen, Teil eines großartigen Teams zu sein und neue Freundschaften zu knüpfen, war ein echtes Privileg.  

Zum Sgaravatti-Team gehörten Angelica Bergengruen, Renate van Kaldenkerken-Kuligk, Karin Maack, Paula Mielke-Salzmann, Cordula Schöllhorn und Barbara Siebold, Non-Playing-Captain war Ute Häring. Für das Masters-Team spielten: Hanny Bühler, Jutta Geike, Gabriela Kraus, Sheila Masanetz und Pia Wunderlich als Playing-Captain.

Karin Maack