Sgaravatti & Masters 2025 in Portugal

Große Ereignisse werfen ihre Schatten lange voraus: Bereits Mitte Januar 2025 nominierten Brigitte Wilckens und Ute Häring gemeinsam den vorläufigen Kader für die beiden ESLGA-Turniere, die Anfang Juli in Portugal stattfinden: die legendäre Marisa Sgaravatti Trophy und das Masters Tournament. Entsprechend große Vorfreude machte sich bei allen potenziellen Spielerinnen schon früh im Jahr breit und alle wussten, wofür sie im Frühjahr trainieren.

Die Marisa Sgaravatti Trophy wurde in Praia D’El Rey und das Masters Tournament in West Cliffs ausgetragen. Beide Golfplätze bieten viele spektakuläre Kulissen und hohen sportlichen Anspruch:

Die endgültige Entscheidung für den Kader 2025 fiel schließlich Ende Mai:  Sechs Spielerinnen werden für das Sgaravatti-Team und fünf für das Masters-Team ausgewählt. Pia Wunderlich begleitete das Masters-Team als playing captain, während Mela Fiedler als non-playing captain die Sgaravatti-Mannschaft unterstützte.

Die meisten Teilnehmerinnen kannten sich bereits von diversen DGSG-Events, sei es von der Mitgliederversammlung, den Meisterschaften oder einem der zahlreichen Turniere, die innerhalb der sechs Regionen regelmäßig ausgetragen werden.

Am 29. Juni war es endlich so weit, und unsere insgesamt zwölf Spielerinnen und Kapitäninnen reisten aus Hamburg, Köln, Düsseldorf, Frankfurt und München nach Lissabon, um dort beim gemeinsamen Abendessen im Hotel MH Atlantico in Peniche erstmals als Team aufeinander zu treffen.

Am Montag, den 30. Juni stand für beide Teams die Proberunde auf dem Programm. Schnell wurde klar, dass beide Plätze zahlreiche Herausforderungen für unsere Spielerinnen bereithielten: schmale Fairways und große Waste-Areas auf West Cliffs, böige Winde und schnelle Grüns auf beiden Plätzen gleichermaßen. Morgens wollte das Wetter noch nicht so recht mitspielen: es lag Nebel über beiden Plätzen, der mal dichter und mal weniger dicht über die Fairways waberte und sich erst zum Nachmittag hin endgültig verzog.

Pünktlich jedoch zur Opening-Ceremony zeigte sich die Sonne von ihrer besten Seite und strahlte mit den rund 180 Teilnehmerinnen und ehrenamtlichen Turnierverantwortlichen um die Wette. Mittlerweile 18 Nationen -neuerdings ist auch Slowenien dabei- liefen in alphabetischer Reihenfolge mit Nationalhymne und Landesflagge zur Eröffnung um das große Putting-Grün in West Cliffs ein. Das ist der Gänsehaut-Moment für alle teilnehmenden Athletinnen.

 

Marissa Sgaravatti Trophy – Qualifikationsrunden

An den ersten beiden Tagen standen die Qualifikationsrunden für die Platzierungen der anschließenden Matchplayrunden auf dem Programm, von fünf gespielten Ergebnissen kommen jeweils vier in die Wertung. Die Platzierungen sind entscheidend, denn nur die ersten vier Teams spielen um die Medaillen. Alle anderen Teams spielen jeweils innerhalb ihrer Vierergruppe um die finalen Platzierungen.

Es bewahrheitete sich, dass Praia D’El Rey ein wirklich anspruchsvoller Golfplatz ist, die 77-Runde einer isländischen Spielerin war auf dem Par 73-Platz über beide Tage die beste Runde im gesamten Feld. Insbesondere die pfeilschnellen Grüns forderten von allen Spielerinnen ihren Tribut.

Beste Spielerin in unserem deutschen Team war Heike Werres, die mit 79 und 80 zwei sehr solide Runden spielen konnte. Aus der 79 hätte vielleicht auch eine 77 werden können, hätte Heike nicht den schlecht getroffenen Abschlag an Loch 16 nach links verzogen und anschließend den provisorischen Ball Mitte Fairway platziert. Nachdem drei Minuten Suchzeit auf der linken Seite vergangen waren, fand Heike ihren ersten Ball Mitte Fairway – unweit des provisorischen, der mittlerweile zum Ball im Spiel geworden war. Barbara Walter spielte mit 80 Schlägen eine fantastische Auftaktrunde, und Tatjana Röller steuerte eine starke 81 am zweiten Tag zum Ergebnis bei. Erwähnenswert ist in jedem Fall auch, dass in der ersten Qualifikationsrunde alle fünf Spielerinnen des deutschen Teams an Loch 12 – einem Par 5 – ein Birdie gespielt haben.

Nach den beiden Qualifikationsrunden belegten wir leider nur den 9. Platz, so dass es diesen in den Matchplay-Runden zu verteidigen galt. Glücklicherweise hatten wir in unserem Team nur einige Schlagverluste zu verzeichnen. Anders erging es einer spanischen Spielerin: die Leih-Trolleys, die den Spielerinnen zur Verfügung gestellt wurden, entwickelten immer mal wieder ein Eigenleben. Insbesondere der Start- und Stopp-Knopf wollte nicht immer richtig funktionieren. Und so kam es, dass sich ihr Trolley samt Bag selbstständig in den Teich vor Grün 10 manövrierte und die Spielerin ihre Runde, früher als ihr lieb war, beenden musste.

Masters Tournament – Qualifikationsrunden

Die Masters Ladies wollten sich unbedingt wieder in die Medaillenränge spielen, um ihre Silbermedaille vom letzten Jahr zu verteidigen. Aber Golf ist ja bekanntlich kein “Wunschkonzert“, und trotz einer durchaus beachtlichen Mannschaftsleistung konnte leider keine der Ladies so gut spielen, dass wir unter den ersten 4 landeten. Platz 6 war dann die Ausbeute nach den beiden Qualifikationsrunden. Die Stimmung war aber ungebrochen positiv, Sheila, Angelica, Hanny und Gabi wollten auch unbedingt die Matchplays spielen.

Ein bisschen “Land & Leute“ konnten unsere Spielerinnen am Mittwochabend in Peniche in einem kleinen, typisch portugiesischen Restaurant und am Donnerstagabend in einem Strandrestaurant kennenlernen.

Marissa Sgaravatti Trophy – Matchplayrunden

Der Traum, den 9. Platz halten zu können, war leider schnell geplatzt. Unsere fünf Spielerinnen trafen auf das bärenstarke Team aus Island: Nachdem wir drei Partien verloren geben mussten, half es leider wenig, dass Renate Kaldenkerken-Kuligk haushoch gewonnen hatte. Am Freitag, dem zweiten Matchplay- und Finaltag, spielten wir gegen Luxemburg noch um den 11. Platz. Hier hatten wir einen deutlich besseren Start und konnten insgesamt vier Partien von fünfen gewinnen, was uns schließlich den 11. Platz sicherte. Ein sehr versöhnliches Ende ihres Matchplays fand Cordula Schöllhorn am Grün von Loch 16 als sie ihren Chip zum Par einlochen konnte. Vermutlich fast zeitgleich konnte auch Viktoria Borchert ihr Match gewinnen.

Masters Tournament -Matchplayrunden

Der 1. Matchplay Tag lief ganz nach Wunsch mit einem Sieg gegen starke Belgierinnen. Unser Dreamteam Vierer Gabriela Krauss und Hanny Bühler ließ ihren Gegnerinnen keine Chance. Auch Sheila Masanetz biss sich durch und konnte ihr Match gewinnen, so dass Angelica Bergengruen ihres teilen konnte. Beim finalen Tag ging es noch um Platz 5, doch die erfahrenen Spanierinnen ließen nichts liegen, außer: Der spanische Vierer hat noch ungewollt das eigene Cart in die Büsche gesetzt und die Beifahrerin landete in den Disteln. Aber unsere überaus fairen Gabriela und Hanny haben sie verarzten können, so dass das Match auch weitergespielt werden konnte. Das Masters-Team landete schließlich auf dem 6. Platz.

Eine sportlich anspruchsvolle und ereignisreiche Golfwoche fand mit der Closing- Ceremony und der anschließenden Players-Party am Freitagabend ihren gebührenden Abschluss.

Das Team aus Finnland gewann vor den Gastgebern Portugal die Marissa Sgaravatti Trophy, und Niederlande war erneut Sieger beim Masters-Tournament, dieses Mal vor Frankreich, dessen Team in diesem Turnier gleich zwei Hole-in-on gelangen.

Nach der Siegerehrung haben beim Abschlussabend in West Cliffs nochmals alle Nationen gemeinsam gegessen und fröhlich getanzt. Das Highlight der Party war sicherlich das ABBA-Medley, das Tina Lindvall Selstad, die Turnierdirektorin der beiden Championships, für uns gesungen und alle zum Mitsingen und Tanzen animiert hat.

Auch wenn wir mit unseren Platzierungen sicherlich unter unseren Möglichkeiten geblieben sind, so überwog bei allen Teilnehmern die Freude, bei diesen beiden Turnieren dabei sein zu können und der Stolz, die DGSG in Europa sportlich vertreten zu dürfen.

Ein riesengroßes und herzliches Dankeschön vom gesamten Team an Brigitte Wilckens und Ute Häring, die uns allen diese Turniererfahrung ermöglicht haben.

Pia Wunderlich & Mela Fiedler