Teflon-Team
Die eine oder andere DGSG-Spielerin wundert sich jetzt sicherlich, was die Conny Kottwitz mit dieser Überschrift dieses Mal meint, wenn sie vom kürzlich beendeten Länderspiel in Frankreich berichtet. Bekannterweise wurde Teflon von der NASA benutzt, um die Raumkapseln vor der ungeheuren Hitze zu schützen, die beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre entsteht. Wir Hausfrauen freuen uns, dass seit dieser Zeit die Spiegeleier in der Pfanne nicht mehr ansetzen.
Inzwischen haben wir alle erleben müssen, wieviel extremer die Wettersituationen auch im früher oft so regnerischen deutschen Sommer geworden sind. Im Laufe der nächsten Tage durfte ich allerdings feststellen, dass die Spielerinnen der DGSG nicht nur mental stark, sondern scheinbar ebenfalls teflonbeschichtet sind, denn sie hielten Temperaturen stand, bei denen selbst Marathonläufer schon mal schlapp machen! Doch zum Bericht vom Länderspiel:
Nachdem wir im vergangenen Jahr in Reims im Herzen der Champagne zu Gast waren, trafen wir uns dieses Mal im schönen Fontainebleau, ca. 40 Autominuten südlich von Paris gelegen. Bekannt u. a. durch sein fantastisches Chateau, das den französischen Königen als luxuriöse Sommer- und Jagdresidenz diente. Wir waren sehr angenehm fußläufig zum Schloss im Hotel Mercure untergebracht. Team Deutschland entschied sich wegen der langen Anreise am Montag, den 15.6. anzureisen, Team Frankreich (alle aus der Region Paris) wollte erst am Dienstag gegen Mittag zum Freundschaftsturnier eintreffen. Ich hatte für uns für das Abendessen einen Tisch im Restaurant L´Ecallier direkt gegenüber vom Schloss reserviert, wie sich herausstellte, eine gute Wahl. Wir saßen nicht nur sehr angenehm, auch das Essen und der Service waren vorzüglich, Leben wie Gott in Frankreich eben! (erstaunlicherweise waren auch die Preise trotz der sehr guten Qualität um einiges günstiger als in Deutschland).
Auch um 22.00 Uhr war es mit 29 Grad noch sehr warm, und wir waren alle sehr dankbar, dass unsere Zimmer angenehm klimatisiert waren! Die Wettervorhersage für die nächsten Tage sagte Temperaturen bis 41 Grad voraus, und ich machte mir ziemliche Sorgen um die Gesundheit meiner Mitstreiterinnen, zumal an den beiden 1. Spieltagen die ersten Startzeiten erst gegen 12.00 Uhr angesetzt waren.
Wie seit einigen Jahren Tradition, wird am 1 . Spieltag ein Freundschaftsspiel angesetzt: jeweils 2 Französinnen und 2 Deutsche bilden ein Team – pro Loch kommen die besten 2 Stableford-Ergebnisse in die Wertung. Diese Spielform, auch 4-Ball Alliance genannt, macht allen Teilnehmenden Spaß, denn jeder spielt seinen Ball bis ins Loch und lernt so den Platz besser kennen als bei einem Chapman-Vierer.
Der am Chateau d´Augerville gelegene Golfplatz war auch als reines Naturerlebnis eine wahre Pracht, eine unglaubliche Vielfalt an teils uralten Bäumen, vielen Teichen auf den ersten 9 Löchern, natürliche Felsformationen, besonders interessante Fairway-Verläufe auf den zweiten 9 und ein Abschlussloch mit einem herausfordernden Schlag über den Schlossteich auf die prachtvolle Kulisse des Schlosses.
Nach der schweißtreibenden Runde waren wir froh, duschen zu können, um dann im noblen Schloss zum Aperitif und anschließendem Essen in unserer “Ausgehuniform“ zu erscheinen. Das tolle Ambiente und der wirklich schöne, wenn auch ziemlich herausfordernde Platz hatten für einen wunderbaren ersten Spieltag gesorgt.
Am 2. Spieltag erwartete uns dann die bereits im Jahre 1909 gegründete Anlage von Fontainebleau, ein Gelände, das an Hamburg Falkenstein erinnert, nur noch in ganz anderen Dimensionen! Wieder hatten wir eine späte Startzeit, und meine Sorgen um mein Team waren groß, denn das Thermometer zeigte 38 Grad im Schatten! In Fontainebleau gibt es keine Buggys. Alle Spielerinnen waren von mir zwar vorgewarnt worden, aber ich machte mir doch ziemliche Sorgen, zumal die Wege zwischen den einzelnen Bahnen recht lang waren und man die Trolleys oft durch heißen, losen Heidesand schieben musste!
Glücklicherweise gab es einige Trinkbrunnen auf dem Platz, denn unser Wasserverbrauch war enorm. Dank unserer Zähigkeit und der bereits erwähnten Teflon-Beschichtung konnten wir allerdings die Bestball-Matches mit 8 Punkten Vorsprung für uns entscheiden. Zumindest an diesem Tag wollte der Silberteller nicht zum französischen Team wandern. Den Abend verbrachten wir mit den Französinnen bei sehr gutem Essen im traditionsreichen, über 100 Jahre alten Clubhaus. (Wer mich kennt, weiß dass ich nie Nachtisch esse, aber das Dessert in Fontainebleau hatte Sterneniveau, und ich und wohl auch alle anderen hätten glatt eine 2. Portion gegessen)!
Am letzten Spieltag durften wir glücklicherweise gegen 9.00 Uhr starten, denn nach dem Spiel stand für die meisten von uns ja noch eine lange Heimfahrt an. Ich hatte den Spielerinnen eingeschärft, lieber einmal ein Match zu schenken, statt die Gesundheit noch mehr zu strapazieren, aber nur eine Spielerin hat vernünftigerweise die letzten 3 Löcher geschenkt. Ich bin sehr froh, dass niemand umgekippt ist! Wie sich bei der Auswertung herausstellte, hatte Team Frankreich bei den Einzel-Matches 2 Punkte mehr erzielt. Dank unseres Vorsprungs aus den Vierern des 1. Tages bleibt der berühmte Teller also wieder bei uns. Es steht inzwischen 15 Siege für Deutschland und 8 Siege für Frankreich! Ich darf den ehrwürdigen Teller auch bis zum nächsten Jahr liebevoll polieren, und dann freut sich “Pokale Baumann“, wenn sie für das simple Gravieren einer Jahreszahl 24,- Euro berechnen können.
Dieses Mal war es hart an der Grenze, was die gesundheitliche Belastung betraf, aber ihr wart wie immer ein ganz wunderbares Team und habt mir die Kapitänsaufgabe wirklich leicht gemacht! Ganz herzlichen Dank für den vorzüglichen Wein, den ihr mir geschenkt habt. Ich trinke gerade mit Genuss ein Glas davon, während ich diesen Bericht schreibe.
Im nächsten Jahr sind wir die Ausrichter dieses traditionsreichsten Länderspiels. Aller Voraussicht nach wird es Trier werden, evtl. mit einem Spieltag in Luxemburg und den Matchplays im GC Trier.
Zum deutschen Team gehörten: Doris Anders-Litterer, Barbara Brechmann, Katharina Diekmann-Peters, Cornelia Dörr, Roswitha Haug, Cornelia Kottwitz, Susanne Kürten, Ingrid van Loo, Nicola Oberste-Berghaus, Michaela Schmitz, Barbara Siebold, Elizabeth Sommer, Friederike Stücker, Sigrid Wiechmann, Stephanie Wiederholt, Brigitte Wilckens.
Bis dahin – liebe “Teflon-Ladies“
Eure Conny










